Das Fastentuch als überdimensionales Taufhemd oder Leichenhemd? Schwebend im Altarraum, hindeutend auf die Transzendenz. Fastenzeit und Ostern gleichzeitig, gleichsam Christhimmelfahrt.

Der Brief an die Gemeinde in Rom, im Neuen Testament (Römer 13,14) sagt uns:
„Legt als neues Gewand den Herren Jesus Christus an…“

Das Hemd des Beginns und des Endes – als das letzte Hemd, das auch wieder das Hemd eines Beginns ist. Der Kreis schließt sich. Und, nicht zu vergessen, mit der Taufe, symbolisiert mit dem Taufhemd, bekommen wir ewiges Leben im Paradies zugesagt.

Formal basiert die vorliegende T-förmige Albe auf dem sogenannten Urhemd. Sie besteht aus verschiedenen rechteckigen Grundformen. Der rechteckige Halsausschnitt und der rechteckige Verschluss entsprechen den Brustplatten und reichlich verzierten Verschlüssen der Bekleidung des Mittelalters, sind aber auch eine Referenz an die Lostasche des Gewandes des Hohen Priesters. Die blauen Streifen im Mittelteil verweisen auf die Taufe im Jordan wie auch auf den jüdischen Gebetschal. Somit verkörpert die Albe den Alten und den Neuen Bund.

Installation: Christof Cremer